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Alltagshelden

Von der hohen Kunst, einen Flegel zu bewirten

Ein vornehmer Gast erwartet in Lars’ Taverne ein Festmahl gegen seinen guten Namen. Doch Lars und die Schankmagd wissen sehr genau, was eine Empfehlung wert ist – und reichen die passende Antwort.

12 Min. Lesezeit
Von der hohen Kunst, einen Flegel zu bewirten - Feohwynn Onlineshop

Höret von einem Herrn, der so viel auf seine feine Erziehung hielt, dass für die Erziehung aller übrigen Leute leider nur Verachtung übrig blieb. Er trug einen pflaumenfarbenen Rock, silberne Knöpfe und einen Kragen, der seinen Hals umschloss wie eine besonders kostspielige Meinungsverschiedenheit. Wenn er sprach, hob er das Kinn. Wenn andere sprachen, hob er es noch höher. Man durfte hoffen, dass er irgendwann die Decke erreichte. Sein Unglück war, dass er eines Abends in Lars’ Taverne einkehrte.

Ihr kennt jenes Gasthaus unter dem moosbedeckten Dache, dessen Inneres weit größer ist, als die äußeren Mauern vermuten lassen. Eine Erdhenne hatte einst dafür gesorgt, dass sich die Räumlichkeiten dem Bedarf der Gäste anpassten. Selbst an geschäftigen Abenden mangelte es daher nicht an Platz. An Geduld hingegen konnte durchaus Mangel eintreten. Und Geduld wächst, wie jeder Schankwirt weiß, auch in Feohwynn nicht zwischen den Dielen.

Lars stand hinter dem Tresen und schnitt Brot, als der Fremde eintrat. Zwei Reisegefährten folgten ihm: ein schmaler Mann mit Schreibzeug am Gürtel und eine Frau, welche ihren nassen Mantel selbst ablegte, während der Herr den seinen mit ausgestrecktem Arm in die Landschaft hielt. Er wartete. Die Schankmagd ging mit vier gefüllten Schalen an ihm vorüber. Er räusperte sich. Sie ging mit vier leeren Schalen zurück. Er räusperte sich abermals.

»Meine Gute. Mein Mantel.«

Die Magd blieb stehen.

»Ein schönes Stück, Herr. Möge er Euch noch lange wärmen.«

»Ihr sollt ihn nehmen.«

Sie betrachtete die Schalen in ihren Händen.

»Gern. Sobald mir ein dritter Arm gewachsen ist. Einstweilen geruht, den Haken zu benutzen.«

Der Herr sah zum Haken. Dann zur Magd.

»Ist dies die Art, in welcher man hier Gäste empfängt?«

Lars legte das Brotmesser nieder.

»Für gewöhnlich beginnen wir mit einem Gruß. Doch wir passen uns an.«

Der Fremde zog langsam die Brauen empor.

»Ihr wisst offenbar nicht, wen Ihr vor Euch habt.«

»Noch nicht. Aber Ihr macht uns bereits mit den beschwerlicheren Einzelheiten bekannt.«

Die Frau hinter dem Fremden wandte sich ab. Ihre Schultern bewegten sich verdächtig. Der Herr hängte seinen Mantel auf. Nicht geschickt. Nicht gern. Aber immerhin selbst.

Er stellte sich als Magister der geschliffenen Rede und Kenner der verfeinerten Lebensart vor. Sein Name war beträchtlich länger als seine Vorstellung. Da er für die folgende Begebenheit ohne Belang ist, sei Euch die Mühe erspart.

Seine Reisegefährtin nannte ihn schlicht »Magister«.

Der Mann mit dem Schreibzeug sagte überhaupt nichts. Es schien, als habe er mit dieser Gewohnheit bereits gute Erfahrungen gemacht.

»Wir benötigen einen angemessenen Tisch«, verkündete der Magister.

Lars deutete auf einen freien Platz.

»Jener dort steht auf vier Beinen und hat bislang jeden Anspruch auf Angemessenheit erfüllt.«

»Nicht zu nahe an den gewöhnlichen Gästen.«

Die Magd stellte ihre Schalen ab.

»Wie bedauerlich. Außergewöhnliche haben wir heute nur Euch.«

Der Magister nickte beinahe, ehe ihn die zweite Hälfte des Satzes erreichte.

»Euer Personal besitzt eine bemerkenswerte Zunge.«

»Ja«, sagte Lars. »Und zwei tüchtige Hände. Beides wird hier gebraucht.«

Er führte die drei zu einem Tisch, brachte Wasser und stellte Brot dazu. Die Reisegefährtin dankte. Der Schreiber griff nach einem Becher. Der Magister musterte unterdessen den Raum.

»Rustikal.«

Lars wartete.

»Ungezwungen.«

Lars wartete weiter.

»Wenig standesbewusst.«

»Das Holz?«

»Die Gesellschaft.«

Lars rückte einen Becher zurecht.

»Unsere Bänke tragen jeden, der sich ordentlich daraufsetzt. Sie sind in dieser Hinsicht weiter als mancher Gast.«

Der Magister lächelte dünn.

»Ihr haltet Euch wohl für geistreich.«

»Nur bis die Küche ruft. Dann muss der Geist Kartoffeln tragen.«

Ein Angebot von höchstem Range

Nun hätte jener Abend noch einen friedlichen Verlauf nehmen können. Der Magister hätte essen, trinken und sein Urteil über die Minderwertigkeit aller Anwesenden in beschaulicher Stille pflegen können. Niemand hätte ihn daran gehindert. Doch beschauliche Stille war nicht seine Art. Kaum hatte er seinen Becher geleert, winkte er Lars heran.

»Man sagte mir, Eure Taverne besitze einen gewissen Ruf.«

»Hoffentlich einen guten.«

»Das wird sich weisen. Ich verfasse ein Werk über erlesene Gastlichkeit.«

Der Schreiber zog bereits ein kleines Buch hervor.

»Dann werdet Ihr hungrig sein«, sagte Lars.

»Ihr missversteht. Eine günstige Erwähnung meines Hauses könnte für Euren Betrieb von unschätzbarem Werte sein.«

»Eures Hauses?«

»Meiner Person.«

»Ah. Ein bewegliches Anwesen.«

Die Reisegefährtin trank rasch einen Schluck Wasser. Der Magister beugte sich vor.

»Ich biete Euch die Gelegenheit, uns ein Festmahl zu bereiten. Etwas, das meiner Empfehlung würdig ist.«

»Was möchtet Ihr bestellen?«

»Überrascht mich.«

»Und welchen Betrag möchtet Ihr dafür aufwenden?«

Zum ersten Male an diesem Abend sah der Magister wahrhaft überrascht aus.

»Mein lieber Mann. Ihr erhaltet meine Empfehlung.«

»Und für das Essen?«

»Eben diese.«

Lars sah ihn einen Augenblick an. Dann blickte er zum Schreiber. Der Schreiber betrachtete sehr aufmerksam sein Schreibzeug.

»Verstehe«, sagte Lars.

»Endlich.«

»Ihr möchtet heute satt werden, damit ich vielleicht eines Tages etwas davon habe.«

»Ihr habt eine überaus bäuerliche Art, günstige Gelegenheiten auszudrücken.«

Die Magd trat hinzu, um den leeren Wasserkrug zu holen.

»Verzeiht, Herr. Die Gelegenheit trägt nur einen so feinen Rock, dass man ihre leeren Taschen leicht übersieht.«

Der Magister wandte sich ihr zu.

»Eure Bildung scheint mir von überschaubarem Umfang.«

»Gewiss. Sie reicht gerade aus, um eine Rechnung zu erkennen, auch wenn sie sich als Ehre verkleidet.«

Während Lars mit dem Magister sprach, warteten an anderen Tischen die Gäste auf ihr Abendessen. Die Magd trug Schalen hinaus, nahm Bestellungen auf und fing im Vorübergehen einen Becher, den ein müder Reisender mit dem Ärmel vom Tisch geschoben hatte. Aus der Küche wurde nach frischen Tellern gerufen. Der Magister betrachtete dieses emsige Treiben mit jener Nachsicht, welche manche Menschen für Arbeit empfinden, solange sie von anderen verrichtet wird.

»Es fehlt hier an Würde«, urteilte er.

Die Magd stellte sechs Teller aufeinander.

»Dann hebt die Füße ein wenig an, Herr. Vielleicht liegt sie unter Euren Stiefeln.«

»Ich dulde keine Beleidigungen.«

Lars nahm ihr den Stapel ab.

»Dann solltet Ihr mit gutem Beispiel vorangehen.«

Der Magister öffnete den Mund, doch seine Reisegefährtin kam ihm zuvor.

»Wir könnten auch schlicht etwas bestellen und bezahlen.«

»Meine Liebe. Ihr versteht nichts von der Wirkung eines bedeutenden Namens.«

»Auf meinen Magen wirkt er bislang recht wenig.«

»Geduld.«

Sie brach ein Stück Brot ab. Der Magister hingegen hatte bereits eine größere Idee gefasst. Am Nebentisch saßen drei Reisende, welche seine Ausführungen mit zunehmendem Interesse verfolgten. Er wandte sich ihnen zu.

»Seid unsere Gäste! Ihr sollt Zeugen werden, wie wahre Kennerschaft ein Haus zu höheren Leistungen anspornt.«

Einer der Reisenden sah zu Lars. Lars sagte nichts. Der Magister deutete dieses Schweigen als Einverständnis. Es war eine seiner bequemeren Fähigkeiten. Bald saßen sechs Personen an der zusammengeschobenen Tafel. Fünf davon hatten Hunger. Der sechste hatte Ansprüche.

Lars kehrte aus der Küche zurück und blieb neben dem Magister stehen.

»Lasst uns die Sache ordentlich festhalten. Ihr bietet für sechs Personen ausschließlich Euren guten Namen und eine wohlwollende Erwähnung?«

»Eine Erwähnung von höchstem Range.«

»Keine Münzen? Keine Waren?«

»Ihr denkt erschreckend klein.«

»Es sind kleine Dinge, die wir benötigen. Mehl. Holz. Salz. Gelegentlich ein Lohn.«

Der Magister machte eine ungeduldige Handbewegung.

»Ein wahrhaft großzügiger Wirt würde den Wert meines Angebotes erkennen.«

Lars strich mit dem Daumen über den Rand seines leeren Tabletts.

»Dann sollt Ihr ein Mahl erhalten, das dem Werte Eures Angebotes aufs Genaueste entspricht.«

Der Magister lehnte sich zufrieden zurück.

»So spricht ein Mann mit Weitblick.«

Die Magd sah Lars an. Er nickte ihr zu. Und die Küche arbeitete weiter. Allerdings nicht am Festmahl.

Das angemessene Festmahl

Zunächst ward ein sauberes Tuch über die Tafel gelegt. Es folgten sechs Teller, sechs Becher und ordentlich ausgerichtetes Besteck. Die Magd stellte einen Leuchter in die Mitte. Lars trug eine große, mit einer Haube bedeckte Platte herbei. Der Magister strich sich über den Kragen.

»Seht Ihr?«, sprach er zu seiner Reisegefährtin. »Man muss den Leuten nur ihre Möglichkeiten vor Augen führen.«

»Darauf freue ich mich«, erwiderte sie.

Am nächsten Tisch verstummte ein Gespräch. Lars stellte die Platte ab. Die Magd nahm Haltung an, wie sie wohl auch an einer sehr vornehmen Tafel hätte bestehen können.

»Geruhet nun, Eure Erwartungen zu entfalten.«

Lars hob die Haube. Darunter lag nichts. Nicht wenig. Nicht eine jener feinen Portionen, bei denen man den Teller aus Gründen der Ehrfurcht nur in der Mitte berührt. Nichts. Der Magister starrte auf die Platte. Dann beugte er sich vor. Dann sah er darunter.

»Was soll das sein?«

»Das Festmahl«, sagte Lars.

»Die Platte ist leer.«

»Ganz recht.«

»Ist dies irgendeine Magie?«

»Nein. Eine Abrechnung.«

Die Reisegefährtin presste ihr Tuch gegen den Mund. Der Magister richtete sich langsam auf.

»Wirt.«

»Magister.«

»Wo ist der Braten?«

»Beim Metzger.«

»Und weshalb ist er nicht hier?«

»Weil der Metzger sich mit der bloßen Aussicht, von Euch gelobt zu werden, nicht von seinem Fleische trennen mochte.«

»Das ist unerhört.«

»Er gilt als eigensinnig.«

Die Magd deutete auf die leere Platte.

»Doch betrachtet nur die Anrichtung. Kein störendes Beiwerk lenkt vom Wesentlichen ab.«

Der Magister erhob sich so hastig, dass sein Stuhl über die Dielen scharrte.

»Ihr wagt es, mich zum Narren zu machen?«

Die Magd senkte höflich den Kopf.

»Keineswegs, Herr. Wir maßen uns nicht an, ein bereits vollendetes Werk als das unsere auszugeben.«

Aus dem Gastraum kam ein Laut, der nur mit erheblichem Wohlwollen für Husten gehalten werden konnte. Lars blieb ruhig.

»Ihr botet eine künftige Wohltat. Ich reiche ein künftiges Mahl. Sobald das eine greifbar wird, darf das andere folgen.«

»Ihr seid ein Krämer!«

»Unter anderem. Auch Wirt, Bäcker und der Mann, der nachher Eure Teller fortträgt.«

»Ein Mensch von Stand würde sich schämen, derart auf seinem Entgelt zu beharren.«

Da nahm die Magd den Leuchter ein wenig zur Seite, damit er nicht umgestoßen werde.

»Euer Stand ist wahrhaft bewundernswert. Er ruht so bequem auf der Arbeit anderer.«

Der Magister sah sie an. Sie erwiderte seinen Blick.

»Hütet Eure Zunge.«

»Mit größter Sorgfalt. Ihr hört lediglich die ausgewählten Stellen.«

Seine Reisegefährtin gab den Kampf gegen ihr Lachen auf. Der Schreiber hielt die Feder über das Buch.

»Das schreibt Ihr nicht auf«, fuhr der Magister ihn an.

»Welchen Teil?«

»Keinen!«

»Bedauerlich«, sagte einer der eingeladenen Reisenden. »Zum ersten Male an diesem Abend wäre etwas Bewahrenswertes dabei gewesen.«

Eine Weile stand der Magister zwischen Stuhl und Tisch. Er konnte gehen. Doch dann hätte er fünf Menschen zu einem Festmahl geladen, das nicht einmal dem Leuchter Nahrung bot. Er konnte weiterstreiten. Doch die Magd wartete bereits mit einer Höflichkeit, die nichts Gutes verhieß. Schließlich griff er unter seinen Rock. Ein Geldbeutel kam zum Vorschein. Ein erstaunlich wohlgenährter Geldbeutel. Die Magd betrachtete ihn mit gespielter Ergriffenheit.

»Welch Freude. Euer guter Name hat endlich einen Körper angenommen.«

Der Magister legte die Münzen auf den Tisch.

»Bringt uns zu essen.«

Lars zählte.

»Einen Eintopf, gebratene Pilze und frisches Brot für sechs. Damit werdet Ihr satt.«

»Und zwar unverzüglich.«

»Sobald jene versorgt sind, die vor Euch bestellt haben.«

Der Magister holte Luft. Lars schob die leere Platte beiseite.

»Euer Hunger ist uns willkommen. Eure Wichtigkeit möge sich einstweilen setzen.«

Er ging zur Küche. Der Magister setzte sich. Es war kein schöner Augenblick für ihn. Für die übrigen Gäste besaß er beträchtlichen Reiz.

Nun soll nicht gesagt sein, dass Lars den Mann mit Absicht länger warten ließ. Die Schalen kamen heiß auf den Tisch. Das Brot war frisch, die Pilze sorgfältig gebraten, und die Magd stellte jedem Gast das Essen hin, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. Der Magister musterte seinen Löffel.

»Man reicht zuerst von der anderen Seite.«

Die Magd beugte sich ein wenig zu ihm.

»Dann seid so gütig und dreht Euch, Herr. Der Eintopf soll über dieser Frage nicht erkalten.«

Er nahm den Löffel. Er kostete. Sein Gesicht veränderte sich kaum. Doch er kostete abermals. Dann brach er Brot. Eine Zeit lang hörte man von ihm nichts. Welch seltene und wohltätige Eigenschaft eine warme Mahlzeit doch besitzen kann. Seine Reisegefährtin verlangte den Brotkorb. Der Magister wollte bereits nach der Magd winken, doch diese stand am anderen Ende des Raumes und half einem Gast mit einer umgestürzten Schale.

»Er steht neben Eurer Hand«, bemerkte die Frau.

Der Magister sah zum Korb. Dann schob er ihn hinüber. Die Welt blieb bestehen. Auch sein Kragen nahm keinen erkennbaren Schaden.

Später, als die Teller geleert waren, trat Lars an die Tafel.

»War es recht?«

Der Magister tupfte sich den Mund.

»Die Speisen waren durchaus annehmbar.«

»Das freut uns.«

»Der Umgangston hingegen bedarf einer gründlichen Verfeinerung.«

Die Magd nahm seinen Teller.

»Wir üben weiter, Herr. Nicht alle Tage wird uns so ergiebiger Stoff beschert.«

Er sah ihr nach. Dann blickte er zu Lars.

»Diese Frau hat mich im Laufe eines einzigen Abends gewiss ein halbes Dutzend Male beleidigt.«

Lars überlegte.

»Dann habt Ihr einiges überhört.«

Die Reisegefährtin lachte. Selbst der Schreiber lächelte nun offen. Der Magister zog seinen Geldbeutel noch einmal hervor und legte einige zusätzliche Münzen auf den Tisch.

»Für die Bedienung.«

Die Magd nahm sie mit einer kleinen Verbeugung.

»Ihr seid zu gütig.«

Er nickte zufrieden. Endlich eine angemessene Antwort.

»Und ferner«, setzte er an, »werde ich Euch in meinem Werke eine Erwähnung widmen, deren Tragweite Ihr heute noch gar nicht—«

»Bemüht Euch nicht«, unterbrach sie ihn sanft. »In dieser Münze habt Ihr uns für heute reichlich bezahlt.«

Reiseproviant

Am folgenden Morgen ließ sich der Magister seinen Mantel reichen.

Er sagte »bitte«.

Leise zwar und mit einer gewissen Steifheit, als befinde sich das Wort noch in der Anprobe. Doch es war deutlich zu vernehmen. Seine Reisegefährtin dankte Lars für das Essen und der Magd für den Abend. Der Schreiber schloss sein Buch.

»Ihr habt doch nicht etwa alles festgehalten?«, fragte der Magister misstrauisch.

»Nur eine Bemerkung für die Reiseabrechnung.«

»Welche?«

Der Schreiber hielt ihm die Seite hin. Dort stand:

Sechs Abendessen, vollständig beglichen.

Die Belehrung ward unentgeltlich gereicht.

Der Magister klappte das Buch zu.

»Ein überflüssiger Zusatz.«

Die Magd öffnete ihm die Tür.

»Gewiss, Herr. Doch wir geben gern etwas mit auf den Weg.«

Und so verließ er die Taverne mit vollem Magen, leichterem Beutel und einer Reihe außerordentlich fein formulierter Beleidigungen. Dass er die meisten erst unterwegs vollends verstand, war kein Versehen. Es war der Reiseproviant.

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