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Wonach genau suchen wir?

Alltagshelden

Von der feinen Gesellschaft und dem groben Geschäft

Während oben ein Held gefeiert wird, kämpfen drei Grubenräumer um den Zugang zum verstopften Kanal. Eine Geschichte über große Worte, notwendige Arbeit und eine ausgesprochen hinderliche Festtafel.

12 Min. Lesezeit
Von der feinen Gesellschaft und dem groben Geschäft - Feohwynn Onlineshop

Nicht jeder, der in Feohwynn mit einem langen Stab in finstere Tiefen hinablangt, sucht nach uralter Macht. Manche suchen den Grund dafür, dass es oben nicht mehr abläuft. Von solchen Leuten handelt diese Geschichte. Sie trugen keine verheißungsvollen Narben. Keine verborgenen Königswürden schlummerten in ihrem Blute. Auch hatte bislang kein weissagender Greis erklärt, dass ausgerechnet sie das Schicksal der Welt verändern müssten. Das Schicksal hätte sich ohnehin hinten anstellen müssen. Sie hatten Aufträge.

Die Begebenheit trug sich in einer Taverne auf den unteren Terrassen Dhalims zu, wo zwischen Märkten und Herbergen die Reisenden zusammenkommen. Drei Grubenräumer waren gerufen worden. Ihreiner gehört zu jenen Leuten des Tavernenkollektivs, deren Arbeit gewöhnlich erst dann allgemeine Beachtung findet, wenn sie ausbleibt. Unter den übersehenen Berufen Feohwynns haben Abort- und Kanalreiniger einen wohlverdienten Platz. In Heldenliedern ist er erheblich schwerer zu finden.

Die Älteste der drei war eine Frau mit kräftigen Unterarmen und einem Gesicht, dem man besser nicht erklärte, dass etwas unmöglich sei, während sie es gerade erledigte. Neben ihr stand ein hagerer Karrenzieher. Er sprach selten, aber wenn er sprach, durfte man davon ausgehen, dass der Satz bereits ausreichend Bosheit gesammelt hatte. Der Dritte war erst seit wenigen Wochen bei ihnen. Er hatte noch jene unvorsichtige Freundlichkeit, mit welcher junge Leute hoffen, von jedem anständig behandelt zu werden. Seine beiden Gefährten arbeiteten daran.

»Die hinteren Aborte laufen nicht mehr ab«, erklärte die Wirtin. »Zuerst langsam, jetzt gar nicht. Vorhin ging es noch.«

Die Grubenräumerin nickte.

»Wo kommen wir an den Kanal?«

Die Wirtin deutete zur gegenüberliegenden Wand. Dort stand ein eigens errichtetes Festpodest. Darauf befanden sich eine lange Tafel, zwei Leuchter und ein Stuhl mit einer so hohen Lehne, dass selbst ein mittelmäßiger Mann darin bedeutend aussehen konnte. Über allem hing ein besticktes Tuch.

EHRE DEN TRAGENDEN SÄULEN UNSERER GESELLSCHAFT.

Der Karrenzieher las die Worte. Dann betrachtete er die verrammelte Bodenklappe unter dem Podest.

»Man hätte bei den Säulen gelegentlich auf die Unterseite achten sollen.«

Ehre den tragenden Säulen

Das Fest galt einem reisenden Schwertmann. Er hatte, wie sein Begleiter unermüdlich verkündete, einen Handelszug vor Räubern bewahrt. Daran mochte durchaus etwas Wahres sein. Die Geschichte wurde allerdings mit jeder Wiederholung um einen Räuber länger. Bei Tischdecken waren es neun gewesen. Beim Aufstellen der Leuchter zwölf. Bis zum Nachtisch durfte mit einer kleinen Belagerung gerechnet werden.

Der Begleiter führte die Feierlichkeiten. Er trug einen grünen Rock, einen schmalen Bart und einen silbernen Stab, mit dem er auf Dinge deutete, welche andere forttragen sollten.

»Dieses Podest muss beiseite«, sagte die Grubenräumerin.

Der Mann sah sie an. Dann ihren Werkzeugkorb. Dann wieder sie.

»Gewiss nicht.«

»Dann kommen wir nicht an die Klappe.«

»Die Tafel ist vorbereitet.«

»Der Kanal auch. Er wartet.«

Der Festmeister zog ein duftendes Tüchlein hervor und hielt es vor die Nase. Die Grubenräumerin hatte an diesem Abend noch nicht einmal einen Deckel geöffnet. Sie roch nach Seife. Offenbar war bereits ihr Beruf bis zu ihm vorgedrungen.

»Könnt Ihr diese Angelegenheit nicht von einer weniger sichtbaren Seite erledigen?«

»Einen Boden von oben zu öffnen hat sich bewährt.«

»Ihr versteht mich nicht.«

»Doch. Ihr möchtet, dass wir unter Eurem Fest verschwinden, ohne zuvor den Boden zu berühren. Dafür habt Ihr die falschen Leute bestellt.«

Der Karrenzieher lehnte sich auf seinen Stab.

»Wir räumen Gruben. Wunder müsste die Wirtin gesondert anfordern.«

Die Wirtin trat zwischen sie.

»Die Aborte bleiben geschlossen, bis das erledigt ist. Und das Podest kommt weg.«

»Nach dem Eröffnungsgesang«, bat der Festmeister. »Die Gäste nehmen bereits Platz. Eine einzige Darbietung.«

Sie sah zu den gedeckten Tischen, dann zur Grubenräumerin. Diese zuckte mit den Schultern.

»Eine.«

»Eine«, bestätigte die Wirtin. »Keine Rede hinterher.«

Der Festmeister legte die Hand auf die Brust. Dies beruhigte niemanden, der bereits mit ihm gesprochen hatte.

Die drei setzten sich an einen kleinen Tisch neben der Küche. Die Wirtin brachte ihnen heiße Suppe. Sie hatten ihre Arbeitsschürzen abgelegt und die Hände gewaschen. Der Jüngste rückte seinen Schemel näher an den Tisch.

»Wird man eigentlich überall so angesehen?«, fragte er leise.

Die Grubenräumerin brach ihr Brot.

»Nicht überall.«

Er entspannte sich.

»Mancher schaut eigens weg.«

Der Karrenzieher nahm einen Löffel Suppe.

»Das geht vorüber.«

»Wirklich?«

»Sobald er etwas von dir braucht.«

Am anderen Ende des Raumes schlug der Sänger die ersten Töne an. Der Schwertmann erhob sich, legte die Hand auf den Knauf seiner Waffe und nahm jene Haltung ein, in welcher man gewöhnlich auf Gemälden steht, weil man darin nichts mehr tragen muss. Der Sänger begann. Es waren nun vierzehn Räuber. Der Jüngste hörte aufmerksam zu.

»Vielleicht könnten sie auch einmal über unsere Arbeit singen.«

Die Grubenräumerin sah ihn an.

»Weshalb?«

»Damit die Leute davon wissen.«

»Sie wissen davon.«

»Aber sie achten sie nicht.«

»Dann sollen sie ordentlich bezahlen. Das kann man schlechter mitsummen, hilft aber länger.«

Der Karrenzieher schob ihm den Brotkorb zu.

»Und sing du nicht beim Ziehen. Du gehst dann immer langsamer.«

Nach dem Lied klatschten die Gäste. Der Festmeister erhob seinen Stab.

»Einige wenige Worte seien noch gestattet!«

Die Wirtin schloss die Augen. Es war das Gesicht einer Frau, die soeben bestätigt bekommen hatte, weshalb sie keine Vorschüsse an Redner zahlte.

»Ehre«, begann der Festmeister, »gebührt jenen, welche sich über das Gewöhnliche erheben.«

Die Grubenräumerin stellte ihren Löffel ab.

»Die Klappe liegt darunter«, murmelte sie.

»Jenen«, fuhr der Mann fort, »welche nicht im Niederen verharren, sondern sich zu Höherem berufen fühlen!«

Der Karrenzieher blickte zur geschlossenen Aborttür.

»Das Niedere wird sich gleich melden.«

Zunächst meldete sich ein Händler. Er hatte die Tür geprüft und wandte sich an die Wirtin. Sie erklärte ihm die Lage. Darauf meldete sich eine Reisende. Dann ein weiterer Mann, der nachdrücklich versicherte, er frage nur vorsorglich. Binnen kurzer Zeit standen fünf Personen im Gang. Es entstand jene stille Gemeinschaft, in der weder Herkunft noch Vermögen von besonderem Interesse sind. Der Festmeister sprach unterdessen vom Siege des Willens über alle körperliche Schwäche. Ein sechster Gast gesellte sich zu den Wartenden.

»Jetzt«, sagte die Wirtin.

Sie trat zur Tafel und nahm den ersten Leuchter herunter. Der Festmeister verstummte.

»Was tut Ihr da?«

»Die Rede beenden.«

»Ich war noch nicht fertig.«

»Das ist ihr größter Mangel.«

Sie winkte den drei Grubenräumern. Diese erhoben sich. Der Festmeister sah sie näher kommen und streckte den Stab aus.

»Nicht hier hindurch. Geht außen herum.«

Die Grubenräumerin blieb stehen.

»Ihr steht vor der Klappe.«

»Ihr könnt doch nicht mit Eurem Gerät zwischen den Ehrengästen erscheinen.«

Sie betrachtete seinen silbernen Stab.

»Ein bemerkenswerter Einwand von einem Manne, der seit einer Stunde mit einem nutzlosen Stock auf arbeitende Leute zeigt.«

Am nächsten Tisch senkte jemand rasch den Kopf. Der Festmeister wurde steif.

»Ich wahre hier eine gewisse Würde.«

»Dann hebt sie ein wenig an. Wir müssen darunter.«

»Wisst Ihr überhaupt, mit wem Ihr sprecht?«

Der Karrenzieher legte sein Werkzeug ab.

»Mit der einzigen Verstopfung, die uns bisher geantwortet hat.«

Die Wirtin nahm auch den zweiten Leuchter herunter. Sie lächelte nicht. Dazu war sie zu beschäftigt.

Der Schwertmann erhob sich nun ebenfalls. Er besaß einen breiten Brustkorb, starke Arme und, wie sich noch weisen sollte, wenigstens gelegentlich gesunden Menschenverstand.

»Was genau ist das Hindernis?«

»Unter Eurem Stuhl liegt der Zugang zum Kanal«, erklärte die Grubenräumerin. »Die Tafel muss herunter, dann das Podest zur Seite.«

Er sah zum Festmeister.

»Weshalb steht es dann hier?«

»Wegen des Lichteinfalls.«

»Natürlich«, sagte der Karrenzieher. »Der Abfluss hätte sich einen malerischeren Platz suchen sollen.«

Der Festmeister räusperte sich.

»Es handelt sich um eine Frage der angemessenen Darstellung.«

Aus dem Gang kam eine angespannte Stimme.

»Es handelt sich gleich um eine Frage der angemessenen Hose.«

Darauf ging alles etwas schneller. Der Schwertmann half, die Tafel herunterzuheben. Zwei Händler packten das Podest. Die Wirtin brachte die letzten Schalen in Sicherheit. Der Festmeister wollte Anweisungen geben. Die Grubenräumerin legte ihm eine Hand auf den Ärmel.

»Ihr könnt uns eine unschätzbare Hilfe sein.«

Er richtete sich auf.

»Gewiss.«

Sie deutete auf einen freien Platz an der Wand.

»Dort.«

»Was soll ich dort tun?«

»Uns fehlen.«

Was unter der Feier liegt

Unter dem Podest kam die Bodenklappe zum Vorschein. Die Grubenräumerin kniete nieder, prüfte die Ränder und ließ sich das passende Werkzeug reichen. Der Karrenzieher stellte einen flachen Behälter bereit. Der Jüngste hielt die Lampe. Es waren vertraute Handgriffe. Niemand rief die Ahnen an. Kein Schwert begann zu leuchten. Auch brach keine vergessene Macht aus der Tiefe hervor, obgleich der Festmeister bei einem ersten Blick in den geöffneten Kanal ein Geräusch ausstieß, als habe er eine entdeckt. Die Grubenräumerin beugte sich vor.

»Da steckt Stoff.«

»Wurzeln?«, fragte der Jüngste.

»Stoff.«

Der Schwertmann zog seine Waffe ein Stück aus der Scheide.

»Soll ich—«

»Nein.«

»Ich könnte ihn zerschneiden.«

»Dann stecken mehrere Stücke weiter hinten.«

Er schob die Klinge zurück.

»Verstanden.«

Sie sah kurz zu ihm auf.

»Das war hilfreich.«

Er wusste nicht recht, ob dies ein Lob gewesen war. Er nahm es vorsichtshalber an. Der Festmeister hingegen hatte sich wieder genähert.

»Wie lange dauert das noch?«

»Weniger lang, sobald Ihr aus dem Licht geht.«

»Ich bin nur bemüht, den Fortgang zu überwachen.«

Die Grubenräumerin streckte die Hand nach einem Haken aus.

»Euer Bemühen ist so umfassend, dass es jeder Bewegung im Wege steht.«

Der Jüngste reichte ihr das Werkzeug. Dabei fiel sein Blick auf das duftende Tüchlein des Festmeisters. Ein breites, grünes Tuch mit schmalen goldenen Streifen. Er sah wieder in den Kanal. Dann abermals auf das Tüchlein.

Was sie schließlich hervorholten, war ein erheblich größeres Stück desselben Stoffes. Es hatte sich gefaltet, verklemmt und alles aufgehalten, was ihm gefolgt war. Der Karrenzieher legte es in den bereitgestellten Behälter. Die Grubenräumerin prüfte den nun freien Durchlass. Das Wasser begann wieder zu laufen. Im Gang wurde diese Nachricht mit größerer Dankbarkeit aufgenommen als zuvor die Vertreibung von vierzehn Räubern. Der Festmeister betrachtete den Stoff. Sein Gesicht verlor an Farbe. Die Wirtin erkannte ihn ebenfalls.

»Das ist das Tuch vom Waschplatz.«

»Es hatte einen Fleck«, sagte der Festmeister rasch.

»Deshalb hing es dort zum Auswaschen.«

»Es war vom Gastraum aus zu sehen.«

Die Grubenräumerin richtete sich langsam auf.

»Und deshalb?«

Er zupfte an seinem Ärmel.

»Ich legte es einstweilen ins Becken.«

»Auf den Abfluss.«

»Ich konnte doch nicht ahnen, dass jemand Wasser hineingießen würde.«

Eine Weile sagte niemand etwas. Selbst der Karrenzieher schien zu prüfen, ob sich noch eine Bemerkung fand, welche der Wirklichkeit gewachsen war. Schließlich sprach die Grubenräumerin:

»Wahrlich. Ein Waschbecken, in welches Wasser gerät. Die Tücke dieses Hauses kennt keine Grenzen.«

Der Festmeister sah sich um.

»Die Küchenkräfte hätten aufmerksamer sein müssen.«

Da legte die Wirtin das Wischtuch aus ihrer Hand. Ganz ordentlich. Ganz ruhig.

»Lasst meine Leute aus Eurer Torheit heraus.«

»Ich wollte nur den Anblick verbessern.«

»Das ist Euch gelungen«, sagte der Karrenzieher. »Vorher lag die Dummheit offen herum. Jetzt wissen wir wenigstens, wem sie gehört.«

Die Arbeit war noch nicht getan. Der Durchlass musste geprüft, die Klappe geschlossen und der Arbeitsbereich gereinigt werden. Die drei erledigten dies, während die Gäste nach und nach zu ihren Plätzen zurückkehrten. Der Schwertmann trug das Podest mit einem Händler an die Wand. Diesmal achtete er darauf, nichts zuzustellen. Der Festmeister hielt sich unterdessen nahe der Aborttür auf. Mit zunehmender Unruhe. Als sie endlich freigegeben wurde, trat er rasch vor. Die Reisende aus der Warteschlange legte eine Hand an den Türrahmen.

»Hinten anstellen.«

»Meine gute Frau, ich leite diese Veranstaltung.«

»Dann werdet Ihr gewiss wissen, wo ihr Ende ist.«

Er sah zur Grubenräumerin. Vielleicht hoffte er auf Vermittlung. Sie zog ihre Handschuhe aus.

»Ihr wolltet doch nicht mit gewöhnlichen Leuten vermischt werden. Nun habt Ihr sogar einen eigenen Platz hinter ihnen.«

Er öffnete den Mund. Schloss ihn wieder. Es gibt Bedürfnisse, vor denen selbst eine beleidigte Eitelkeit zur Seite tritt. Meist erst nach kurzem Widerstand.

Anerkennung und der nächste Auftrag

Später saßen die drei wieder an ihrem kleinen Tisch. Die erste Suppe war kalt geworden. Die Wirtin hatte frische gebracht und außerdem eine Pfanne gebratener Zwiebeln. Der Schwertmann kam herüber.

»Ich danke Euch.«

Die Grubenräumerin nickte.

»Gern.«

Er sah auf den Karren vor dem Fenster, dann auf die Werkzeuge.

»Man übersieht wohl leicht, was Ihr leistet.«

»Ja.«

Er wartete, als müsse noch etwas folgen. Es folgte nichts. Die Grubenräumerin aß.

»Vielleicht«, sagte er schließlich, »sollte der Sänger Euch eine Strophe widmen.«

Der Jüngste hob den Kopf. Der Karrenzieher sah ihn warnend an. Die Grubenräumerin schluckte.

»Er möge beim nächsten Male fragen, bevor er sein Podest auf unsere Klappe stellt.«

»Das ist alles?«

»Für heute.«

Der Schwertmann nickte und wollte gehen.

»Eines noch«, sagte sie.

Er wandte sich um.

»Lasst Euch nicht einreden, dass Helfen unter Eurer Würde sei. Ihr könnt ordentlich zupacken.«

Er betrachtete seine Hände. Dann lächelte er.

»Das will ich mir merken.«

Er ging zurück an seinen Tisch. Die Grubenräumerin schob dem Jüngsten die Pfanne hin.

»So. Jetzt kannst du wieder essen. Du hast ihn lange genug angehimmelt.«

Als sie aufbrachen, kam der Festmeister noch einmal zu ihnen. Seine Schritte waren nun erheblich gelöster.

»Die heutige Begebenheit«, begann er, »bedarf keiner weiteren Verbreitung.«

Die Grubenräumerin zog ihren Mantel an.

»Welche meint Ihr?«

»Nun. Die Angelegenheit mit dem Tuch.«

»Ach.«

»Es wäre sehr ungehörig, aus einem kleinen Missverständnis eine Geschichte zu machen.«

Der Karrenzieher prüfte die Befestigung der Ladung.

»Darauf verstehen wir uns nicht. Wir sind gewöhnliche Leute.«

Der Festmeister entspannte sich ein wenig.

»Eben.«

»Wir erzählen die Dinge meist so, wie sie geschehen sind.«

Das gefiel ihm weniger.

»Ich erwarte Verschwiegenheit.«

Die Grubenräumerin nahm den Griff des Karrens.

»Ihr habt den ganzen Abend verlangt, dass wir uns im Hintergrunde halten. Dort wird nun einmal viel geredet.«

Sie gingen.

Vor der Taverne blieb der Jüngste noch einmal stehen.

»Wir hätten ein Lied bekommen können.«

»Ja«, sagte die Grubenräumerin.

»Wolltest du wirklich keines?«

Sie deutete auf den Karren.

»Nimm deinen Griff.«

Er nahm ihn. Gemeinsam setzten sie das Gefährt in Bewegung. Die Räder rumpelten über das Pflaster, hinter ihnen schwollen Stimmen und Musik wieder an. Oben in der Taverne würde gewiss bald von siebzehn Räubern die Rede sein. Unten schoben drei Leute ihren Karren zum nächsten Auftrag. Der Jüngste dachte noch eine Weile nach.

»Dann sind wir also keine Helden.«

Der Karrenzieher warf ihm einen Seitenblick zu.

»Hüte deine Zunge.«

»Was denn?«

»Wir haben dir nichts getan.«

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